unaufgeklappte sonnenschirme und höhrer mathematik
heute morgen bin ich augewacht und fühlte mich sonderbar erholt. der druck in stirn und kopf ist weg, lediglich ein stetiges laufen meiner nase erinnert an die pein der letzten tage. zudem ist der himmel über berlin und potsdam heute knallblau und die morgen-winter-sonne gab alles, was sie konnte.
als ich in meinem zug saß, sah die welt fast aus, als würde sie nach ungeöffneten sonnenschirmen, noch nicht gepackten badetaschen und nach bald-auf-grünen-wiesen-liegen riechen. (nagut es hat minus vier grad, aber darauf wollen wir hier nicht näher eingehen.) es war dieses früh-morgens-sommer-gefühl, wenn die frische der nacht noch in der luft liegt und einen wunderbaren tag verspricht.
und ich: gutgelaunt, das herz voll ruhigem humor. wenngleich das wort zufrieden mir zur beschreibung nicht rechtgefallen will, so war es doch ein mit-frieden-erfüllt. doch was will uns das wort zufrieden eigentlich sagen. zu-viel-friende? gibt es das? das wäre ja fast langeweile. oder mehr zu-m-frieden, eher in bewegung auf den frieden zu. nun ja einerlei. mir gings heut morgen sonderbar gut.
inzwischen ist das gefühl von der arbeit schon ein wenig versetzt, weil nichts so klappen will, wie es soll, aber ich habe mir vorgenommen mir von den unzulänglichkeiten meines angestellten-daseins nicht die laune verderben zu lassen.
was mir in den letzten tagen mal wieder eingefallen ist, ist eine alte stochastische rechung. genauer gesagt eine vor jahren von mir aufgestellte, ganz einfache wahrscheinlichkeitsrechnung. sie fällt mir immer wieder ein, wenn ich durch die straßen von berlin, vor allem die meines bezirks laufe. dort gibt es ja unwahrscheinlich viele menschen, die ein ähnliches alter besitzten, wie ich.
wenn man also annähme, dass man von - und nun bin ich wirklich großzügig - 100 menschen, die man so trifft, einen so richtig gut fände, und von diesen 100 menschen genauso einer einen so richtig gut fände, so läge doch die wahrscheinlichkeit, dass man selber just diesen menschen, der einen so richtig gut fände, richtig gut fände bei 1:10 000. nicht besonders erbaulich das, aber mathematisch einwandfrei. natürlich gibt es da nicht berechenbare störvariablen und man müsste, diese 100 ja auch erst mal kennen lernen. aber selbst wenn, so stehen die chancen alles andere als gut.
aus diesem - und einigen anderen - gründen, habe ich mir so bei mir gedacht, macht es weniger sinn, nach der liebe zu suchen, als sich mit dem selbst anzufreunden. also werde ich versuchen, nicht mehr nach dem einen von zehntausend ausschau zu halten, sondern daran arbeiten mehr spaß mit mir selber zu haben. und wenn er dann trotzdem auftauchen sollte, freu ich mich natürlich und jag die höhere mathematik zum teufel.
so viel für heute - und ein schönes wochenende!