Weihnachtszeit, sommerzeit (wie ich immernoch liebe das zu sagen) und man kommt zu nichts. Am Mittwoch geht es in den Norden
hierher zu meiner Leih-Weihnachtsfamilie, wo ich eine ganze Woche in strandnaehe verbringe. Es ist zwar immernoch ein wenig seltsam, dass mich eine quasi fremde Familie eine ganze Woche mit aufnimmt, aber der Neuseelaender an sich ist nunmal herzlich und es wird bestimmt sehr entspannt und nett.
Um nicht mit leeren Haenden anzukommen, habe ich jede Menge Weihnachtsplaetzchen gebacken, die alle entweder verbrannt oder missgestaltet sind (dennoch sind einige geschmacklich ganz ok wie mir bescheinigt wurde). Huebsch fand ich auch, dass Mann mir sagte, dass die Plaezchen irgendwie so wie ich waeren. (Verbrannt und haesslich – aber doch ganz lecker oder was? hmmm wann weiss es nicht aber ich glaube es sollte eigentlich nett gemeint sein…)
Aber ich habe definitiv festgestellt, dass das Hausfrauenleben nichts fuer mich ist. Ich war sehr, sehr erschoepft als die Teiggebilde endlich alle fertig waren.
Dieses Wochenende musste ich mal wieder arbeiten, was anbetracht der Tatsache, dass Freitag abend der Mann mit seiner neuen Band sein erstes Konzert spielte und ich natuerlich als ordentliches Rock-Groupie dabei sein musste und danach darauf anstossen musste und was man als Groupie eben noch so zu machen hat, war der Samstagmorgen in der Arbeit wenig erquicklich.
Und wie es immer so ist – egal an welchem Ende der Welt - an meinen freien Tagen war das Wetter so maessig und am Wochenende, an dem ich arbeiten musste und dann zu muede war um wach zu existieren war natuerlich bester Sonnenschein. Aber da muss man stark sein und sagen: Ich lass mir doch vom Wetter nicht diktieren was ich tue, die Vorhaenge zuziehen und die Goettin des Schlafes huldigen. Jawoll.
So haben wir auch gestern nachmittag bei Sonnenschein fast eine ganze Staffel Scrubs geschaut und fettiges Chinese Take-away-Essen gegessen (nachdem wir ein paar Stuendchen verplant durch Stadt und Sonnenschein gelaufen sind. . ) Bis auf das Verpassen des schoenen Wetters, ein perfekter Sonntag.
Und heute bin ich seit Wochen auch das erste Mal fruehmorgens ausgeschlafe in der Arbeit (habe heute um 6.00 uhr angefangen) und so entspannt, dass ich nur belanglos vor mich hinbrabbeln kann.
Ich bin immernoch mit meiner Entscheidung hier zu bleiben hoechst zufrieden und wahrscheinlich mit der Gesamtsitutation und dem Leben an sich gluecklicher als ich es in den vergangenen Jahren war. Es ist auch erstaunlich wie schnell die Zeit hier vergeht. Jetzt sind schon wieder fast zwei Monate vergangenen, seit ich nach Deutschland geflogen bin.
Einziger Wermutstropfen ist, dass jetzt bald wieder ein paar Menschen, die nun meine Freunde sind wieder in ihre jeweiligen Heimatlaender zurueck gehen. Da bin ich doch froh, dass ich auch ein paar kiwis kenne, die hier bleiben. So wie ich. Fuers erste.