a very independent production - fear and loathing - worldwide

30 Oct 2006

working class

ich bin nun also wieder mitglied der arbeiterklasse. taeglich bzw. manchmal auch naechtlich bediene ich nun menschen. gekleidet in einem hoechst unkleidsamen weissem hemd und schwarzer schuerze. aber andere zahlen fuer soviel koerperliche arbeit viel geld. was werde ich bald fuer armmuskeln haben...

wer gedacht hat die journalisterei ist ein gefaehrlicher beruf irrt. heute habe ich mir drei finger der rechten hand ordentlich in einer schwingtuer eingeklemmt. incl. blutopfer und blauem fingernagel. deshalb erzaehle ich nun auch nicht mehr. tippen mit sechs fingern ist ein wenig unpraktisch...

25 Oct 2006

geburstags rumble

ab heute bin ich also alt. aber so schlimm fuehlt sich das gar nicht an. ich bin auch viel zu muede dazu und das, wo ich doch in ner halben stunde meine schicht bei meiner neuen arbeitsstelle beginne. hier eine kleine liste ueber dinge von gestern

- missgeschicke am ersten arbeitstag: eins. mannsgrossen blumentopf umgeworfen (wenigstens waren die meisten gaeste nicht mehr im haus).

- geburtstagsgleuckwuensche: verdammt viele. gesungen von fremden in der backpackerbar, da alle anwesenden von dem einen mir kaum bekannten englaender quasi dazu gezwungen wurden. dazu nette smse, einen netten anruf und so.

- geburtstagsfreigetraenke: jede menge

- geburstagskuesse: keiner

- geburtstagsgeschenke: eigentlich ne ganze menge, auch wenn die haelfte selber gekauft (habe mir ein schaf als neuen freund fuers bett gekauft)

- geburtstagskuchen: ein klitzekleiner!

lust jetzt arbeiten zu gehen: 0

21 Oct 2006

demonstrieren im land der grossen weissen wolke

heute war ich auf meiner ersten demo hier. und da das land ja auch nicht so viele einwohner hat, war auch dieses event eher klein. erst sammelte sich eine etwa vielleicht 80 koepfe umfassende menge linker. auffaellig hier ist, dass vermummung hier nicht verboten sondern fast erwuenscht scheint. ich kam mir mit meiner sonnenbrille doch etwas nackt vor. sonst sehen die leute so aus wie zu hause und riechen sogar genauso.

irgendwann kamen dann die nazis. ungefaehr 20. auch die sahen eigentlich genauso aus, wie die nazis in deutschland, nur dass sie neuseelaendische flaggen - und andere obskure zeichen tragende fahnen - bei sich hatten. bei ankunft der nazi scums, wie man die herren und damen hier nennt, schmissen sich die anwesenden etwa 10 polizisten mit ernster miene und blauer schirmmuetze zwischen rechts und links. das wurde von beiden seiten auch so akzeptiert.

dann zogen die nazis vor das parlament, wo sie unter lautem protest und abgeschirmt von den mutigen maennern und frauen in blau ihre widerliche rede gehalten haben (neuseeland muss neuseelaendisch bleiben, multikulti zerstoert das land usw...). das ganze hatte etwas ein wenig surreales. denn die beiden grueppchen standen auf dem wunderschoenen grund vor dem ehrenhaften haus, der wind wehte, wie er es in wellington ja eigentlich immer zu tun pflegt, was die neuseelaendischen fahnen (die in meiner wahrnehmung weit weniger bedrueckend wirken als deutsche) und die ganzen schwarzen, schwarz-roten usw. dramatisch im wind flatten lassen hat.


als die nazis dann fertig waren, wurden sie vom schwarz-buntem block unter wuesten beschimpfungen zum bahnhof begleitet und quasi aus der stadt gejagt. sehr huebsch, etwas harmlos aber sehr sympatisch.

jetzt regnet es und heute abend werde ich mit nina semmelknoedl mit schwammerln kochen. der kartoffelsalat ist bereits zubereitet...schmeckt aber etwas anderes hier...und danach schauen wir uns das rugby finale des air new zealand cups (quasi die bundesliga) an, in das es wellington ueberraschender weise geschafft hat.

20 Oct 2006

job hob

so ab naechster woche bin ich wieder ein arbeitender mensch. so ganz genau weiss ich noch nicht was ich da mache, aber im wesentlichen wohl bei grossen und kleinen empfaengen und kongressen und so weiter hier im nationalmuseum bedienen (so mit weisem hemd und schwarzer schuerze).

das bloede ist ein wenig, dass ich an meinem geburtstag den ganzen abend arbeiten muss, aber man kann ja nicht alles haben. dafuer habe ich am samstag frei und feiere da - und habe auch geld, dass ich auf den kopf hauen kann ;)

wollte ich nur kurz gesagt haben...

19 Oct 2006

double-mobbel

so. gute nachrichten aus dem land der grossen weissen wolke. nach einer teilweise recht unbefriedigenden woche - so ohne job und perspektive - habe ich gestern mal wieder ein paar mails an potentielle arbeitgeber geschrieben.

ein paar minuten spaeter rief mich dann auch schon eine nette dame an und fragte mich nach meinen erfahrungen mit cash-handling, coffee-making und all so nem kram. so hatte ich heute ein vorstellungsgespraech fuer einen job bei einem gesundes-essen-take-away-dingens am flughafen (der so ca. 20 minuten mit dem bus weg ist). alles was sie so sagte, hoerte sich auch ganz nett an, sodass wir gleich ein probearbeiten fuer morgen-vormittag ausgemacht haben.

nun ja, voller guter dinge, lief ich dann zur bank um meinen dauerauftrag fuer mein kuscheliges zimmer einzurichten. und wer ruft an? die nette frau von te papa um mir zu sagen, dass sie meinen vertrag auf dem tisch hat und ich nur vorbeikommen muss, um ihn zu unterschreiben. da gehe ich nun in ner halben stunde hin und muss wohl mein probearbeiten morgen absagen...wenn jetzt alles klappt bin ich wohl ab morgen oder so in lohn und brot...

wie es eben immer so ist. entweder gar nichts oder nun zwei dinge und ich weiss gar nicht genau, wie ich die frau vom gesundes-essen-dinges erreiche.

mir schwant gerade, ich habe letzte woche: 'wir rufen dich donnerstag oder freitag an' auf jene verganene woche bezogen habe und nicht auf diese. anyway...

naechstes wochenende - also nicht dieses - machen wir bei mir in der wg auch eine house-warming und geburtstagsparty. bis jetzt habe ich meine mitbewohner noch nicht so viel gesehen. obschon ich mit stacy, die heisst wie mein ex-auto aber nicht so aussieht - haeufig die lokale soap "shortland street" sehe. inzwischen kenne ich mich auch schon fast aus mit den charaktaeren. und wenn mich jemand fragt, warum ich mir so nen schund ansehe, sage ich immer, ich muss neuseelaendisch lernen. was ja auch stimmt.

ach ja: und ab uebernaechester woche haben wir auch endlich internet zu hause. beantragt ist es schon, mal sehen wie lang die telekom hier braucht. dann kann ich auch die ganze nacht mit euch skypen und internet-telefonieren...so und nun gehts meinen vertrag unterschreiben...

14 Oct 2006

schreibt nicht, ruft nicht an

der ersehnte anruf gestern von meinem potentiellen arbeitgeber kam nicht. nun kann es natuerlich sein, dass sie noch nicht so weit waren und montag anrufen oder dass sie mich entgegen ihrer aussagen doch nicht wollen. also sollte ich eigentlich weiter machen mit meiner jobsuche. langsam wird das ganze schon recht anstrengend - und das geld auf meinem konto ja auch nicht mehr...

irgendwie ist alles was ich so anfange nicht gerade von erfolg gekroent. vielleicht sollte ich mich doch mal als tellerwaescherin bewerben. irgendwas muss ich ja schliesslich machen. aber nicht heute. am montag wieder. jawoll...

11 Oct 2006

sunshine!

ja, heute scheint die sonne. ich komme gerade von meinem vorstellungsgespraech von dem ort von dem ich schon zu hause sagte, dass ich dort arbeiten will. es ist das nationalmuseum te papa . neben dem museumsbetrieb werden dort die verschiedensten veranstaltungen (von kongressen ueber festessen usw. ausgerichtet) und fuers catering dort brauchen sie menschen.

die beiden bei denen ich mich vorgestellt habe, waren extrem reizend und sagten, sie wuessten nicht, was gegen meine einstellung sprechen sollte und dass sie mich am freitag anrufen. und auch wenn es ja "nur" catering dort ist, hoert es sich zum einen prima an, dass man im museum gearbeitet hat, zudem arbeiten dort glaub ich jede menge nette leute und das gebaeude ist grossartig, direkt am hafen und nur zehn fussminuten weg von meinem zu hause hier. ich glaubs noch gar nicht richtig. wenn das klappt (drei mal auf holz hau oder so) waere das einfach grossartig. wenn auch ein wenig surreal, war es doch genau das was ich mir vor ca. sechs wochen als job ausgesucht habe.

ich wuerde dann ende kommender woche anfangen. bis dahin kann ich noch ein wenig an meinen englisch-skills arbeiten und habe mir zu diesem zweck auch schon gerade ein paar grammatik und vocabulary buecher von der bibliothek geholt.

gestern ist mir auch was ein wenig unangenehmes passiert. wie ich ja schon berichtete, zog ich mir beim abspuehlen am wochenende eine recht tiefe wunde am kleinen finger zu. diese schien jedoch schon einigermassen verheilt zu sein, woraufhin, ich das mich nervende pflaster entfernte. ich stand gerade an einem der belebtesten plaetze hier, steckte meine haende, wie es nun mal meine legere art ist in meine hosentaschen und riss dabei den schnitt wieder auf.

ich glaube ich hatte in meinem ganzen leben noch nie eine so doll blutende wunde. da stand ich also auf diesem platz und versuchte die blutung zu stoppen bis meine beiden haende einfach nur noch rot waren. waehrend ich weiter uebelegte was ich denn nun tun koennte, tropfte das blut nur so auf die strasse (passanten hat das ganze uebrigens nicht interssiert, der neuseelaender an sich ist da auch nicht anderes...). ich hatte nicht mal ein taschentuch. also beschloss ich - tropfend - in die naechste apotheke zu gehen, die direkt vor meiner nase lag. die dort arbeitenden damen reagierten etwas schockiert als ich da mit zwei komplett blut verschmierten haenden einlief. aber als ich dort war hatte es schon wieder aufgehoert zu bluten, sodass ein kleines pflaster und etwas papier zum sauebern meiner haende schon reichte. danke nochmal liebe apothekerin!

nun werde ich mal mit meinen neuen englisch-buechern ein nettes cafe aufsuchen und hoffen, dass das mit dem job klappt...

10 Oct 2006

cosy home

seit gestern abend habe ich nun mein eigenes zimmer. was ist das schoen, nicht mehr morgens von raschelnden plastiktueten geweckt zu werden, von leuten, die sich um sieben uhr aufmachen den rest von neuseeland zu sehen. schoen auch sich einfach im bett umdrehen zu koennen und zu wissen man ruettelt nun nicht den menschen ueber oder unter einem im stockbett wach. ganz abgesehen natuerlich, dass man nicht mehr den naechtlichen erdbeben, verursacht vom unter- oder ueberlieger ausgesetzt ist.

wie meine mitbewohner so sind, weiss ich noch nicht wirklich. aber sie scheinen recht nett zu sein. morgen habe ich ein vorstellungsgesprach und wenn das nuescht wird, werde ich mich auch fuer andere dinge bewerben. es wird ja auch mal zeit, dass ich irgendwas mache.

8 Oct 2006

update

heute habe ich mir beim fruehstueckshelfen quasi kochenendes wasser ueber die hand geschuettet. so sind nun wenigstens beide haende ledigiert. ansonsten: sehr netten abend gehabt jedoch totmuede jetzt, weil ab sechs uhr morgens geschirr abgewaschen...

aber da heute die sonne scheint muss ich wohl raus. hilft ja nuescht...

7 Oct 2006

ping-pong

meist fuehle ich mich hier wie ein ping-pong. mal gut, mal schlecht. ich komme mit nichts so richtig voran. nun ja, am montag wird ja nun erstmal umgezogen. ausserdem habe ich mich bei zwei dingen beworben, wobei jedoch wohl bei beiden die chancen eher maesig sind.

heute morgen habe ich mal wieder im hostel ausgeholfen, wobei ich wohl nicht gerade das beste licht auf mich geworfen habe. mein job war nur: geschirr spuehlen, weil eine gruppe von ca. 100 kindern die offenbar an einer taek-won-do-meisterschaft teilnehmen gerade hier naechtigt und alle gleichzeitig fruehstuecken wollten. dabei habe ich natuerlich ein glas zerbrochen und mir ziemlich tief in den finger geschnitten. kombiniert mit warmen wasser blutete das wie sau. ich dachte zwar es wuerde schon irgendwann aufhoeren, als das spuehlwasser jedoch einen leicht rosanen touch bekam, dachte ich, dass das vielleicht doch nicht den hygiene-vorschriften entspricht und ich etwas unternehmen sollte. als dann meine freundlichen kollegen schauten und fragten, ob ich pflaster oder was auch immer brauche, meine ich nur: nee, geht schon und schuettelte meine hand ein wenig und verspritzte das blut auf dem frischgewaschenen besteck. da habe ich mich denn doch mal fuer ein pflaster (und das nochmalige spuehlen des bestecks) entschieden. wirkte glaube ich nicht wirklich souveraen. aber egal.

manchmal nervt mich das schlechte wetter, das planlose, das etwas krank sein, das etwas einsame. manchmal laufe ich aber auch durch die strassen und finds recht toll. aber irgendwann wird das schon. gestern habe ich die erste telefonnummer von einem wellingtonian bekommen - ca. 30 sekunden bevor seine freundin um die ecke kam. wie auch immer. dafuer hat er mir vorher etwas die rugby-regeln erklaert (wenn es viele punkte gibt, nennt man das einen cricket-score, uebrigens).

genug fuer heute. es ist samstagabend und morgen muss ich um viertel vor sechs aufstehen um erneut meinen souveraenen kuechendienst zu absolvieren.

5 Oct 2006

zwischenbericht

alles nicht so leicht manchmal. mein mietvertrag ist unterschrieben und am montag gehts in die neue heimstaette. mit der jobsuche gehts noch nicht so erfolgreich voran. momentan bin ich zu allem uebel auch noch krank. ansonsten liegt es sicherlich auch an meiner zurueckhaltung. ich bins oft nicht mehr wirklich gewoehnt zu sprechen. irgendwas muss sich da aendern. und samstag, wenn die neue zeitung mit den stellenangeboten rauskommt kuemmere ich mich wirklich mal um was.

in der zwischenzeit versuche ich mal gegen den heute mit 120 km/h blasenden wind anzulaufen und mitglied der hier ansaessigen buecherei zu werden. und irgendwann wird auch alles gut.