heimwerkergöttin in the name of...
der samstag ist nun fast rum. und ich habe heute eine neue und sehr befriedigende erfahrung gemacht. ich bin die königin des bohrens. seit einem traumatischen vorfall mit einem bohrer vor einigen jahren, habe ich solch teufelszeug nicht mehr angefasst. mein damals gebohrtes loch hatte die tiefe einer erbse und die weite eines blumenkohls. so in etwa. das hat mich so nachhaltig beeindruckt, dass seitdem alle meine bilder mit rahmen (nicht dass ich welche hätte) unaufgehängt blieben, dass regalbretter in der ecke verstaubten und eine glühbirne nackt von meiner decke baumelte. gestern suchte eine freundin jemand, der ihre bilder bohrend aufhängen könnte. da sie niemand fand und ich in abenteuerlicher stimmung war, versprach kotzkotzig wie ich nunmal bin, mich darum zu kümmern (natürlich nicht ohne meine bohr-phobie zu erwähnen).
also machte ich mich heute mit meinem werkzeugkoffer inklusive bohrmaschine auf den weg. (ja ich besitze sowas, ich habe sie mir vergangenenes jahr zu weihnachten gewünscht, um meiner phobie mutig entgegen zu treten, hatte sie aber bis zum heutigen tag nicht genutzt - vielleicht sollte ich mir dieses weihnachten einen kleinen kampfhund wünschen...) . vielleicht sollte ich meiner bohrmaschine einen namen geben...marylin wäre vielleicht ganz schick, aber priscilla oder so.
etwas mulmig war mir schon, als ich meinen leuchtend gelben pistolenartigen gegenstand an der wand ansetze. aber dann lief es, wie ein brasilianisches fußballspiel. etwa 20 löcher fräste ich in die wand, ohne auch nur ein loch zu versauen. alles eins-a-eingeschädelt...was war ich stolz (eigentlich ein pfui-wort, aber für so einen anlass wohl angemessen) auf mich.
nun ist immer noch samstag abend. ich sitze zu hause, mit einem gläschen rotwein, habe das kulturprogramm gestrichen, da das handwerken länger gedauert hat, als erwartet. nun treiben mich klassische was-wäre-wenn-gedanken. mein fernseher sagt gerade, alles was zum überleben notwendig ist, ist an starke gefühle gekoppelt...aber was ist das schon.
außerdem hab ich heute gehört, dass eine gute freundin schon bald auswandert. viel schneller als gedacht und sie hat eine abschiedsparty anberaumt in meiner alten heimat (noch son pfui-wort). ich glaube ich möchte auch dabei sein, auch wenn es ziemlich stressig und nicht gerade billig wird, aber manchmal muss man wohl...
so viel zu heute. auch wenn es etwas vermessen ist, das von meinem gemütlichen bett aus zu sagen, rufe ich dennoch in die welt:
rock on!
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