a very independent production - fear and loathing - worldwide

29 May 2008

“Do you want to wear a hedgehog helmet?"

Heute ist ein nachrichtenmaessig recht unterhaltsamer Tag hier am Ende der Welt. Ich moechte euch an meinen Favouriten teilhaben lassen.

Sehr huebsch ist die Geschichte, dass heute ein 27-Jaehriger zu einer Geldstrafe fuer einen taetlichen Angriff auf einen 15-Jaehrigen mit einer gefaehrlichen Waffe - namentlich einem Igel - verurteilt wurde.

Dem Bericht zufolge spielte der Junge nichtsahnend und unschuldig mit seinem Freund in einem Park als der Taeter ihnen ploetzlich mit den folgenden Worten drohte:

“Do you want to wear a hedgehog helmet?"

Der Junge trug letztlich blaue Flecken und Einstiche am Bein davon. Nicht auf dem Kopf.

(Die Verteigung sagte uebrigens, dass nicht der Angeklagte, sondern ein Freund des Angeklagten den Igel geworfen haette. Die Wahrheit liegt moeglicherweise irgendwo dazwischen, eeh?)

Zudem wird hier mogen im Rahmen der Jugendwoche “Hoodie Day” begangen. Der klassische einer Gang angehoerende Jugendliche traegt nun mal gerne einen Kapuzen-Pulli (und ja, es gibt tatsaechlich Gangs in Neuseeland. Nein, nicht nur sich zusammen rottende Schafe). Und um Stereotypen und so weiter entgegen zu treten hat man den “Hug a Hoodie”-Day ausgerufen.

Waehrend sich etwa die Gruenen im Parlament flucks in schwarze Kapuzenpullis warfen, echauffierte sich ein Konservativer, dass die Organisatoren "black American gang culture" unterstuetzten und somit auch all die negativen Dinge wie Jugend-Kriminalitaet, Drogen, Rap und so weiter befuerworteten.

Der gute Mr. Mark hat das Konzept durchschaut und ein Event, dass das Ziel hat Stereotype zu bekaempfen dieses mit eben der Existenz der negativen Vorurteile fuer schlecht befunden. Das bescheinigt dem Mann Weitsicht und Weltoffenheit. (Aber was will man von einem dessen Partei NZ First heisst auch erwarten…)

Wer morgen keine Lust auf Hoodie-Day hat kann alternativ den von einem Maedchen-Magazin ausgerufenen "National Compliments Day" feiern. (Taking the bitch out of the teen, oder so).

Oder auch spontan einem rap-hoerendem Gang-Mitglied sagen, wie gut ihm sein Kapuzi steht und ihn dann umarmen...

Soviel aus Neuseeland…

__Update

Ein Mitglied des Stadtrats irgendwo hier in einer Kleinstadt ist heute uebrigens mit einer KKK-Verkleidung zur Arbeit gekommen. Er wollte den Hoodie-Tag nutzen um Aufmerksamkeit fuer saueres Wassser oder so zu gewinnen. Mit einer KKK-Kutte? Wtf?

27 May 2008

KRIMINELL!

was war ich heute schockiert ueber diese geschichte: drinks gespiked!!! ich denke, ich haette das auch gemacht, waere ich in der situation. Quasi als lebensverlaengernde massnahme. oder so.

25 May 2008

just onother update

man weiss nicht, wo die zeit schon wieder hingeflogen ist. wieder eine woche rum. in manchen beziehungen eine recht murmeltier-eske woche. nicht unangenehm, jedoch nicht wirklich innovativ. ich habe einige nette bands gesehen, mit "alten bekannten" abgecatched und informative buecher gelesen.

der - inzwischen ja nun langsam wirklich verdiente - urlaub rueckt naeher, das gleiche ist jedoch auch von lokalen kalt-fronten zu berichten. auf der visa-front hingegen herrscht eher windstille. unterlagen fuer 'schritt 1' - ueber dessen notwendigkeit und finanziellen aufwand ich mich taeglich aufregen koennte - wurden vor mehr als fuenf wochen eingereicht, da kann man ja nun noch nicht mit einer antwort rechnen.

behoerden sind hier - wie wohl ueberall auf der welt - langsam, nervig - und teuer. sie scheinen zudem chronisch unterbesetzt (auf ihren internetseiten steht grundsaetzlich sowas wie: aufgrund des derzeit hohen aufkommens von eingaengen ist mit erhoehten wartezeiten zu rechnen.) warum man nicht mehr menschen einstellt - wo sich diese behoerden schon ihre arbeitsminuten mit gold aufwiegen lassen - weiss man auch nicht.

aber wie gesagt: darueber wollte ich mich ja nun nicht aufregen. ich habe ja zeit.

ansonsten gibt es gerade nicht so doll viel zu berichten. ich habe theoretisch eine antwort zu meinem vergangene woche geausserten problem gefunden:

"...Like politics? Like drinking? If you answered yes to both these questions then join us for the launch of Drinking Liberally, a fortnightly event aimed at building ties among left-leaning people. So come along on Wednesday, grab yourself a pint and meet our guest speaker..."

nur habe ich die veranstaltung - bedingt durch einen sechs-uhr-morgens-arbeits-beginn verschlafen. aber man hat das nun zweiwoechentlich angekuendigt und ich hoffe, dass ich das das naechste mal mal auschecken kann (die doppelten worte sind durchaus doppelt gewollt).

ich hoffe in der alten heimat wird es langsam sommerlich und ihr denkt an mich bei mass, brezn sowie obazdn beim naechsten biergartenbesuch.

17 May 2008

shopping mall

manchmal ist das leben auch ein wenig wie window-shopping. man schaut anderen menschen beim leben, durch die strassen laufen, ausgehen, tanzen, sich festhalten oder schlecht gelaunt sein zu.

Im cafe oder auf der strasse am besten aber im strassencafe.

die meisten will man gar nicht haben. nicht als freunde, nicht als partner und auch sonst interessieren sie einen nicht. aber dennoch ist es interessant wie sich die auswahl von stadt zu stadt unterscheidet. und natuerlich auch innerhalb von staedten. in wellington fast schon von strasse zu strasse.

Manchmal gefaellt einem die auswahl besser, mal weniger.

Aber wie auch immer, es bleibt ja beim window-shopping. strassen sind ja nicht der ort an dem aus fremden freunde werden. man kann nur gucken, die menschen imaginaer anprobieren - aber nix anfassen (man koennte, aber das koennte verschiedenste probleme bereiten...)

der strassencafe aufenthalt ist ein fester bestandteil meines wochenendprogramms. und generell sitze ich lieber irgendwo, wo die dichte derer, die so aussehen, als wuerde ich gerne mal ein glas rot- oder auch weisswein trinken hoeher ist. manchmal ist es nur etwas deprimierend, wenn mann immer nur anschauen kann.

...aber nun ist samstag abend und ich werde mir ein paar bands anhoeren gehen die ich wahrscheinlich auch nicht anfassen darf. alles wird kindern verboten. *grummel*...

11 May 2008

schmerzhafte stille

Schon wieder war es etwas ruhig hier. Aber manchmal gibt es auch nicht so doll viel aufregendes. Das leben droepplt taeglich vor sich hin.

Hier wird es langsam kalt und ungemuetlich und die tatsache, dass zentralheizung hier ein fremdwort ist und zudem zentrale heizungen unbekannt sind macht das ganze nicht gemuetlicher.

Ich spiele mit dem gedanken, mir einen kleinen heizkoerper zuzulegen. Da ich beim letzten nachtclubbesuch keinen passenden koerper ausfindig machen konnte, muss ich wohl doch im heimwerkermarkt vorbeischauen und geld fuer waerme zahlen.

Aber in knapp acht wochen geht es ja fuer zwei wochen in die suedsee und deshalb will ich mich auch gar nicht wirklich gross beschweren. (bula!)

Haeufig sieht man ja - obschon mit der gesamtsituation nicht unzufrieden - doch noch verbesserungsbedarf. Der bereich in dem es momentan bei mir etwas mau ist, sind intellektuell ansprechende ansprechpartner.

Ausgeh-bekannte habe ich genug, nur ertappe ich mich immer wieder dabei, jemandem zuzuhoeren, freundlich zu nicken und mir zu denken: was zur hoelle hat dich (also die andere person) auf die idee gebracht, dass das was du mir gerade erzaehlst, mich interessieren koennte. (so leute zum beispiel, die nun auch mal ein buch gelesen haben, gerne eine biographie und dann das buch in epischer breite nacherzaehlen. wenn ich es lesen wollte, wuerde ich das tun!!)

Und dann macht mein gehirn so stockende, unschoene und in ihrer stille fast schmerzhafte geraeusche. Ich glaube das nennt man veroedung. Die letzten 18 monate liess sich das weitgehend vermeiden, da ja allein die konversation in der fremden sprache schon irgendwie ansprechend war, sodass ich keine grossen probleme hatte, wenn es auf der inhalts-front mal ein wenig ruhiger wurde.

Und ich weiss, was sie denken. Und sie haben recht.

Dennoch.

Aber wo bekommt man denn nun seine intellektuellen gespielen her. Ich habe schon an volkshochschul-kurse gedacht, aber da ich immer unterschiedliche schichten arbeite, ist das einwenig schwer. Vielleicht sollte ich haeufiger zu lesungen und vortraegen gehen. Oder in der bibliotheks-caferteria rumhaengen. Oder so. Vorschlaege und zuschriften begruesse ich ausdruecklich.