a very independent production - fear and loathing - worldwide

28 Oct 2005

varianten im angebot

die tage vergehen und langsam werde ich des nichtstuns ueberdruessig. deshalb habe ich mich nun endlich aufgerafft und morgen gehts tauchen. gestern war ich so unglaublich stolz auf mich. auf einem kleinen, recht dunklen weg kam ploetzlich ein nicht als klein zu beschreibender hund auf mich zu, bellend und auch knurrend. und ich habe einfach "schsss" gemacht und er ist schwanzwedelnd weg gegangen. den rest des abends lief ich nur noch grinsend durch die gegend.

die abendgestaltung ist hier so mittelpraechtig. meist gibts erst kino in einem der restaurants, dann ein bier in einer bar und dann gehts fuer die meisten hier in die clubs. letzteren programmpunkt habe ich gestern zum zweiten mal ausprobiert, aber mit schlechterm techno (oder wie man das auch immer nennt) und entweder extrem jungen oder extrem betrunkenen, haeufig auch noch ziemlich poshen publikum kann man mich nicht so recht gluecklich machen, was meine aufenthalte dort auch recht kurz bleiben lassen hat.

ansonsten gibts tagsueber nicht viel zu tun, ausser am strand auf und ab flanieren, sich von sandflys beissen zu lassen (inklusive mosqito-stiche habe ich im moment wohl etwa 50 stiche, die mich in den wahnsinn treiben) und die laeden anzuschauen.

die kleine stadt, wenn man das so nennen kann, besteht hier zu etwa 90 prozent aus tauchschulen und der rest sind mini-marts, bars, internet-cafes und restaurants. ich habe den eindruck, dass das so ein thailaendisches phaenomen ist, dass wenn etwas gut laeuft, dann wollen alle das gleiche machen. ist ja eigentlich auch nachvollziehbar. aber so gibt es in den staedten strassen, in denen werden nur matrazen verkauft, andere wo zig laeden identische kuscheltiere oder auch autoteile verkaufen. zudem haben alle mini-maerkte (die etwa zur haelfte von seven-elfen gefrainshised sind) das gleiche angebot und ist es auch nicht selten, dass gleich drei nebeneinander liegen. wie die sich halten koennen ist mir ein raetsel, aber ich muss ja nicht alles verstehen.

nah am wasser gebaut

nach fast drei tagen beinaher voelliger inner imigraton und gerade zwei filmen bin ich in einer ein wenig seltsamen stimmumg. keines falls einer schlechten. aber filme ueber liebe, freunde und famile undsoweiter machen mich immer ein wenig - ich weiss nun gar nicht was der richtige ausdruck ist - seltsam eben. nach zweieinhalb wochen des alleine reisens liebe ich es. die einzigen entscheidungen, die ich gerade treffen muss, ist was ich an genau dem zeitpunkt mache oder vielleicht einen oder zwei tage spaeter. in mir hat sich eine - wohl noch nie dagewesene - ruhe ausgebreitet, die ich momentan auch in der lage bin zu geniessen.

und heute musste ich daran denken, wie ich vor mehr als sechs jahren auf meine erste dienstreise geschickt wurde. ich bin auf die ifa in berlin gefahren, voellig allein, ich glaube drei tage. das war extrem aufregend und nach drei tagen nur "ja", "nein", "kaffee", "nein, ohne darm" sagen war ich extrem gluecklich wieder zu hause zu sein und habe glaube ich drei tage durchgeredet.

nun bin ich es ja ziemlich gewoehnt allein zu sein, obwohl allein auf reisen sein einerseits noch eins drauf setzt, andererseits auch viel schoener ist. nichts was ich tun muss. nichts, was ich denken muss. nichts, was ich falsch machen koennte. das einzige, was ich tun muss, ist entscheidungen treffen, was ich als naechstes tun will. natuerlich gibt es auch momente, wo mir diese tierisch vielen smug couples, die kuschelig urlaub machen nicht nur einfach auf die nerven gehen sondern ich mir wirklich etwas naehe wuensche.

aber das geht schnell vorbei, wenn ich zum beispiel einfach auf dem meer treibe, das mich traegt ohne dass ich mich bewege und in den himmel schaue, oder wenn die sonne den bewoeklkten himmel ueber einem meer, dass fast glatt ist, wie ein spiegel tiefrot faerbt, oder ich mal wieder keine ahnung habe wo ich bin und wie ich irgendwo hin komme. dann atme ich einfach nur ein und aus und fuehle mich gut. einfach nur ich. und wuensche mir, dass es nie aufhoert so zu sein.

27 Oct 2005

birthday review

so nun, liebe freunde in der alten welt, bin ich ein jahr aelter. eigentlich ja nur einen tag, aber egal. mein geburtstag fing etwas stressig an, weil ich um halb sechs aufstehen musste, um die faehre zu kriegen, die mich dann zu meiner geburstagsinsel bringen sollte. reinfeiern war auch nicht, weil ich einerseits nicht so richtig tolle leute zum feiern (nur einen skileherer aus grenoble) gefunden hatte und zum anderen ich ja so frueh aufstehen musste. also habe ich das erste mal, seit wahrscheinlich 20 jahren in meinen geburstag geschlafen.

aufgrund des mangelnden schlafes war ich schon tendenziell etwas missgelaunt, zudem regnete es und auf der faehre war es, dank einer hervorrangenden klimaanlage so kalt, wie es wohl dort ist, wo ihr seid (nur, dass ich eben nur einen duennen pullover dabei hatte). naja und dann stellte ich zu allem ueberdruss auch noch fest, dass meine kamera weg ist und ich sie wohl in der bar habe liegen lassen. wie gesagt, alles in allem kein guter start in meinen ehrentag. endlich angekommen, habe ich dann erfolgreich alle leute, die mir unterkunft oder tauchkurs verkaufen wollten abgewehrt und bin alleine los marschiert. inzwischen hatte es auch aufgehoert zu regnen und ich habe relativ schnell eine wirklich nette kleine huette, von der aus man das meer sehen kann bezogen. als ich dann meine sachen auspackte, tauchte auch meine kamera wie aus dem nichts wieder auf und ich hatte somit ein wunderschoenes geburtstagsgeschenk fuer mich, dass noch nicht mal was gekostet hat.


abends gings dann in eine bar, wo ich dann relativ strange, aber unterhaltsame leute kennengelernt habe. wie etwa den suedafrikaner mit der thai-freundin, den gerade seine mutter und seine cousine besucht haben. mit denen waren wir dann bei einem konzert, wo die mutter mit den langen weissen haaren froehlich mitwippte und das paerchen fragte, ob ich nicht was mit ihnen anfangen wuerde, was ich dankend ablehnte :)

alles in allem wirklich ein netter geburtstag. die naechsen tage will ich tauchen, mal sehen obs klappt. und vielen dank allen, die an meinen geburtstag gedacht haben und mir so liebe e-mails geschickt haben!!!!

25 Oct 2005

wasser marsch!

ja, es regent immer noch. in der stadt, in der ich heute morgen noch war stand das wasser in den strassen bis zu den knien. oder auch etwas drueber. bus fahren lief heute ganz gut, bis auf die tatsache, dass der bus nicht ganz dicht war und es auf mich getropft hat wie bloed. nun bin ich in einer anderen stadt, wo das wasser nicht ganz so hoch steht und die nur dafuer da zu sein scheint, um von dort aus zu einer insel aufzubrechen. also werde ich das auch machen.

leider habe ich hier bis jetzt noch nicht wirklich sowas wie eine nette bar gesehen. aber da ich morgen fuer die faehre ohnehin um sechs aufstehen muss, wird eben raus und nicht rein gefeiert...

24 Oct 2005

reisen, peisen, speisen

das nenn ich mal ein wetter. waehrend ich hier in einen trockenen internet-cafe sitze, geht draussen die welt unter. es regnet seit ner knappen stunde so, als muesste ich schnell mit dem bauen einer arche beginnen. von regentropfen kann hier keinesfalls die rede sein, meiner meinung nach sind es faeden. auf der strasse steht teilweise 20 zentimeter hoch das wasser. deshalb nennt man das wohl auch regenzeit. bis jetzt hatte ich ja glueck mit nur vereinzelten regenschauern.

auch wenn es hier regnet wie sau bin ich doch ganz froh in hua hin zu sein. denn wie immer war die reise nicht ohne aufregung. wie beereits erwaehnt gibt es viellerlei verschiedene busse hier. und gestern habe ich mich noch ueber die mini-bus-traveller lustig gemacht, die an einem guesthouse eingesammelt und am zielort ausgespuckt werden. aber ich hingegen, bin ja so verdammt cool...

die reise ging los mit einem mofa, an das man einen kleinen kaefig mit readern dran gebaut hatte. da packte man mich rein und brachte mich zum busbahnhof. die busse haben immer ganz gross nummern drauf stehen und auch die zielorte. doch bei solchen, wo man nicht davon ausgeht, dass touristen sie nutzen sind die orte nur in thai vorhanden. der erste bus liess sich noch gut finden. nach gut zwei stunden liess er mich dann an einem ziemlich verlassenen busbahnhof raus. um mich rum waren nur ein paar aeltere frauen, die wohl bei den herumliegenden markthallen tonnen gemuese gekauft hatten und sich anschickten, dies in ihre doerfer zu bringen. nachdem ich immer meinen zielort stammelte (hua hin, wo hin? ja genau) schickte man mich zu einer wartebank. da sass ich dann also in einer stadt, die so aussah, als waere ich die einzige weisse hier und auch die einzige die wenigstens bruchstuecke von europaeischen sprachen beherrscht. um mich rum riesige eher verlassene markthallen und laster, die dort sachen abholten oder brachten.

zudem hatte ich nicht die geringste ahnung, wie oft der bus, den ich brauchte faehrt. also sass ich und wartete. dann kam endlich irgendwann ein bus zu dem ich hoffnungsvoll lief und immer hua hin? rief. der lustige bus-boy verbot seinem gesicht eine regung von zustimmung oder verneinung zu zeigen. stattdessen zeigte er immer auf die aufschrift auf dem bus, welche natuerlich nur in thai vorhanden war. letztlich erbarmte sich eine alter frau und sagte no hua hin. eine weitere halbe stunde spaeter kam dann mein bus. ich war dann sehr froh, endlich im richtigen bus zu sitzen. doch nach einer knappen stunde, kam der bus-schaffner angerannt und sagte hua hin? und zeigte zur tuer. ich sollte also aussteigen. was das ganze immer noch komplizierter macht, dass man hier nicht nur eine andere sprache und eine andere schrift nutzt, sondern zu allem ueberdruss auch noch andere handbewegungen, um irgendetwas anzudeuten.

da stand ich nun allein mit meinem rucksack auf einem schlammigen parkplatz und mie war vedammt klar, dass das nicht mein ziel ist. so vermutete ich, dass ich umsteigen muss. aber so sicher war ich mir nicht. ich hatte auch nicht die geringste ahnung, welche stadt es sein koennte. also versuchte ich es bei einer dort anwesenden frau wieder mit einem freundlichen hua hin? worauf sie nur verwirrt guckte und freundlich laechelte jedoch andeutete keine ahnung zu haben, was ich will. also zueckte ich mein kleines thai buch. und deutete auf den satz "ich will gehen nach" und rief wieder hua hin. da nickte sie freudig. ein wenig spaeter kam dann auch tatsaechlich ein weiterer bus, auf dem sogar mal fuer mich lesbar hua hin stand.

nach weiteren zwei stunden endlich angekommen, hatte ich erstmal keine ahnung, in welche richtung ich gehen sollte. aber mit glueck gesegnt, wie ich es hier meist bin, lief ich automatisch in die richtige richtung und hatte auch bald mein ziel erreicht.

eigentlich wollte ich etwas laenger hier bleiben. aber ich glaube es gefaellt mir hier nicht. also zieh ich wohl morgen wieder meine wanderschuhe an. aber das ist - zumindest theoretisch - eine recht einfache reise. so mit ohne umsteigen und so weiter.

ach ja, gestern habe ich ausgewachsene, lebende, echte tiger gestreichelt. ziemlich freaky ist das. in kanchanaburi gibt es den sogenannten tiger temple, wo sich moenche liebevoll um verstossene tiger kuemmern. heissts. in echt sieht das so aus, dass man da hin gekarrt wird, dann sitzen da wirklich zehn tiger in einem kleinen canyon. nur mit kleinen leinen an pfloecke gebunden. dann muss man sich anstellen, wird von den angestellten dort, zu den tigern gefuehrt nachdem man einem anderen angestellten seine kamera in die hand gedrueckt hat. dann sagen sie: toutch it, toutch it. und man muss seine hand auf den riesigen tiger legen und sie machen tausend fotos von einem am ende eines tages werden die tiger von einem moench wieder in ihre kleinen stahlkaefige gefuehrt. ich weiss ja nicht...

22 Oct 2005

going out

was mal wirklich ziemlich seltsam ist, ist das nachtleben von kanchanaburi. gestern lief ich gegen nacht eine strasse entlang, an der eigentlich das dennoch recht beschaulich nachtleben hausen sollte. doch die meisten bars waren ziemlich verlassen. es gab jede menge unger maenner, die mit ihren mofas die strasse auf und ab cruisten. sonst nicht viel. dennoch kein gefuel der angst, so allein als frau. thai-maenner interessieren sich mal eher nicht fuer westler-frauen und die vielen alten weissen maeenner, die um diese zeit auf den strassen unterwegs waren, wissen wo sie schoeneres und billigeres bekommen koennen...

letzlich bin ich dann in einer outdoor-bar, in der eine thai-bands beatles und andere 60ies songs coverte. der langhaarige leadsanger und seine band standen jedoch nicht auf einer buehne, sondern in der mitte eines bar-tresens. zum verkauf von bier hatte man eine extra huette aufgestellt. ausser mir waren, als ich beschloss mich auf ein betraenk nieder zu lassen, nur einheimische und eine blonde frau, die erst schon an der sitzend jedes lieb mitsang und spaeter der band auch am microfan grosse unterstuetzung war. ausser ihr war nur noch ein aeltlicher thai da, der vor seinem schnapps an der bar sass, hinter der wie gesagt ja die band spielte, und freudig mitwippte.

mit der zeit kamen jedoch mehr leute (westler wie auch thais). und mitsingen war gross angesagt. so durfte glaube ich jeder, der wollte sein lied mal nicht karaoke sondern mit band performen. am besten gefallen hat mir der thai-elvis. ein kleiner mann, etwa in dem alter, dass elvis heute haette, der leidenschaftlich den jail-house-rock nur mit einem leichten thai-akzent gesungen hat. wirklich ein gelungener abend muss man sagen. und weil heute samstag abend ist, werde ich da jetzt nochmal hin schauen. so long...

21 Oct 2005

just another update

nun ich mal wieder. habe heute bereits in wasserfaellen gebadet, wurde von frechen fischen in die fuesse gebissen und bin mit dem zug ueber die (wideraufgebaute) bruecke am river kwai gefahren. in kanchanaburi, wo ich gerade bin gefaellt es mir recht gut. habe ich schon erwaehnt, dass es in thailand fast so viele seven-elevens gibt, wie hunde. an jeder ecke ist einer und wenn ich jede ecke schreibe meine ich nun auch mal wirklich jede ecke.

gestern habe ich wieder eine recht anstengende reise hinter mich gebracht. weil ich ja doch ein wenig etwas vom land sehen will, fahre ich stets mit dem normalen bus. und hier gibts busse viellerlei klassen. 1., 2. dann gibts noch v.i.p.-busse und mini-busse. aber zurueck zu den normalen. die haben ventilatoren an der decke, in einer reihe sind fuenf sitze und sie halten an jeder (kokus-)-milchkanne. und es werden so lange leute reingepresst, bis eben keiner mehr luft bekommt. bis jetzt hatte ich immer einen sitzplatz (wenngleich gestern fuer eine knappe stunde nur fuer eine bopacke, aber man will sich ja nicht beklagen).

eigentlich wollte ich uebermorgen schon weiter, aber da ueberuebermorgen vor ich weiss nicht wie vielen jahren der fuenfte rama (also des pendang zua unserem kenig lui) gestorben ist, ist da feiertag. und weil da alle bankoker da hin stroemen, wo ich hin will, werde ich mich wohl noch einen tag laenger hier in den bergen entspannen. wenn man kein pow ist und nicht steine klopfen muss, dann ist es hier naemlich wirklich recht huebsch. morgen werde ich wohl ein paar tieeeeescher besuchen. es heisst, dass man die da auch streicheln kann aber eigentlich moechte ich nicht enden wie siegfried oder wars roy? und dann mache ich vielleicht mir und den menschen zu hause ein geschenk und besuche einen kochkurs. mal sehen, wohin der river kwai mich noch so treibt...

19 Oct 2005

wat-o-mania

der thailaender baut ja gerne mal den einen oder anderen tempel (hier wat genannt). hier wo ich gerade bin, macht er das schon seit hunderten von jahren also kann man auch hunderte - naja so einige eben - anschauen. alte, neue, grosse, kleine, kaputte, glaenzende. besonderes nett ist der, in dem der greosste bronzende budda thailands steht. ich weiss nicht genau, aber 20 meter hoch ist der mindestens.

und er zieht budhisten aus dem ganzen land an, um ihn zu huldigen. so ganz sicher bin ich mir nicht, ob ich das alles was sie da machen verstanden habe. sie kleben zum beispiel kleine goldplaetchen auf alles was nach budda-figur aussieht auf. oder die kaufen kleine orange-farbene plastikeimer, die gefuehlt sind mit allem was der moench von heute so brauchen kann: flip-flops, parazetamol, seife, organgensaft, nudelsuppe und noch viel mehr. an der einen ecke verkaufen moenche diese eimer und an der naechsten kann man sie mit bemuehigem gesicht geschaeftig an einem tisch sitzenden moenchen ueberreichen.

klar kann man auch nur grosse mengen raeucherstaebchen kaufen oder blumen. man kann aber auch einen ballen orangenen stoff kaufen, den man jungen maennern, die im schoss des rieses-buddas stehen, zu wirft. wenn sie genug haben, werfen sie ihn auf die menschen wieder runter, die sich dann widerum darunter verkriechen. oder man schuettelt eine dose mit etwas was aussieht wie essstaebchen so lange bis eins rausfaellt und dann liest man was drauf steht.ihr seht: ein reges treiben ist das da.


morgen frueh geht es, so ich die oeffentlichen verkehrsmittel beherrsche, nach katanachanaburi (oder so aehnlich) wo sich eins die bruecke ueber den kwai erstreckte. bis denn...

18 Oct 2005

on the road again

nach ein paar recht erholsamen tagen auf meinem inselchen, bin ich nun wieder on the road. dabei muss ich glaub ich noch etwas entspannter werden. aber bangkok mit oeffentlichen verkehrsmitteln zu durchqueren ist auch immer so eine etwas aufreibende sache. erst hatte alles so funktioniert, dann musste ich ein taxi nehmen. der taxfahrer schien des englischen nur geringfuegig mehr maechtig zu sein, als ich des thailaendischen. also rief ich immer bus station. und er antwortete etwas auf thai. weil ich glaubte, er wollte wissen, zu welcher busstation ich moechte, sagte ich dann den ort zu dem ich letztlich fahren wollte. darauf lachte er, als haette ich etwas unglaublich komisches gesagt und wiederholte ca. zehn mal bus station to ayuttahya. ich hatte dann ein wenig angst, dass er micht statt zur bus station dirkekt nach ayuttahya fahren moechte.

hat er aber nicht, sondern tatsaechlich zum groessten busbahnhof, den ich je gesehen habe. da fahren hunderte busse auf verschiedenen ebenen ab und tausende menschen sitzen auf stuehlen und auf dem boden und warten. mir ist es dann auch gelungen, meinen bus zu finden. erst war ich mit ein paar leuten allein, bis sie dann an allen moeglichen orten bangkoks immer mehr leute hinein gepresst haben. zwischendurch lief die ganze zeit die fahrzeugbegeleiterin und verkaufte tickets. und das obwohl da wirklich und ueberhaupt kein platz war.

irgendwann sind dann ploetzlich alle ausgestiegen und ich stand allein in dieser fremden, heissen stadt und hatte nicht die geringste ahnung, in welche richtung ich gehen sollte. auch das fragen von passanten mit meinem stadtplan in der hand half nicht viel. man schaute gerne eine minute rein, nickte weise und laechelte einmal. das wars aber dann auch. irgendwann habe ich ein reisendes paerchen gefunden, dass mich in die guest-house-area begleitet hat. da war ich mal froh. und nun ists zeit fuers abendbrot, bevor ich morgen durch ruinen streifen werde.

ach ja: auch wenn zu hause nicht viel los sein sollte, ich freue mich immer ueber e-mails. da hat man dann etwas weniger das gefuehl, dass die welt aus der man kommt nicht mehr existiert :)

15 Oct 2005

ein tag am meer

langsam gewoehne ich mich an den langsamen fluss meiner tage. aufstehen, erstmal ins - entschuldigung - pisswarme meer springen, fruehstuecken, unter einen sonnenschirm kriechen und lesen, duschen, abendessen, waehrend relativ neue filme laufen und dann an die bar, wo ich in den letzten tagen mit netten leuten aus usa, england, schweden und der schweiz ins gespraech gekommen bin.

das personal meiner unterkunft ist recht witzig. als ich gestern rum sass und "hornet's nest" las, kam einer der kellner an und fragte was das heisst. als ich ihm erklaerte, was eine hornisse ist, sagte er: iiin maaaii village, weeee eeeett the babys ovvv ssemmm with eeggg, is reeely dilisousss". dann gibt es noch einen, der ist vielleicht so 20 jahre alt und ich weiss nicht, ob er auf einem auge blind ist, oder einfach nur so schlielt wie sau. immer wenn ich vorbei gehe sagt er: "hey dalin, where you going..." ja, entzueckend.


gestern gab es "the island" in dem cafe meiner huettenansammlung. auf englisch mit englischen untertiten. man weiss ja, dass die asiatischen versionen davon immer ihren besonderen charme haben. aber hier wirkte es so, als haette der mensch den film ohne ton gesehen und drunter geschrieben, was es heissen koennte. mein favorit war jedoch, dass hey dude mit hey walter uebersetzt worden war. morgen gehts zurueck nach bangkok und dann in die alte koenigsstadt...

13 Oct 2005

sand, sand, sand

mein erster tag am strand ist fast vorbei. gestern abend sass ich erst ewig in einem so gut wie leeren strand-restaurant, saison scheint hier noch nicht zu sein. danach noch auf ein getraenk an der bar, an der ausser mir ich glaube drei paare jeweils bestehend aus einem jungen, nicht unattraktiven westler und einer thailaendischen frau sassen und zwei junge frauen aus skandinavien. ins gespraech gekommen bin ich mit niemand. aber ein wenig wunderte ich mich schon ueber diese konstellationen, denkt man doch immer an dicke haessliche alte maenner, die von thailaendischen frauen begleitet werden.

als ich danach zurueck in mein blaues hausschen oben auf dem berg kam, hatte ich einen kurzen moment sowas wie heimweh. ich habe mich gefragt, ob es wirklich gluecklich macht so lang so alleine durch ein so fremdes land zu reisen. aber dann fiel mir ein, dass ich ja eigentlich gerade gar kein "heim" habe, nach dem ich weh haben kann und habe wieder begonnen mich zu freuen. und zu schlafen, bis ein offenbar benachbarter hahn mich in aller fruehe penetrant aus dem schlaf kickerkikiet hat. ob der wohl auch huenergrippe hat? gehustet hat er beim kraehen zumindest nicht.

heute war ich fast den ganzen tag am strand. ich muss mich noch daran gewoehnen, dass ich nichts tun muss. dass etwas gejagte, etwas zur panik neigende ablegen und mich mal richtig entspannen. worin ich bis jetzt so tierisch gut bin, ist hunde ignorieren. hier ist auch alles voll davon. ueberall am strand, im restaurant, ueberall lungern sie herum. und mir machts nichts...fast stuendlich moechte ich mir dafuer auf die schulter klopfen.

12 Oct 2005

defintiv kein urlaub

wassn tag das heute war. gestern habe ich mich ja noch auf viele arten schoen, rein und entspannt machen lassen, um eben heute zu meinem inselchen aufzubrechen. erst lief auch alles wie geplant. ich wollte mit den oeffentlichen verkehrsmitteln zum busbahnhof. was bei den bussen in bangkok schon mal kein unterfangen fuer anfaenger ist. man muss erstmal den richtigen bus herausfinden (ich hatte einen tipp, nur mit der heimischen buskarte waere es mir nicht gelungen), dann die dazugehoerige bushaltestelle. da kommen dann minuetlich etwa zwei busse (und drei taxen, die stetig rufen: aeerpoo? - also: junge frau, wollen sie zum fluhafen...) vorbei. wenn jemand von den wartenden einen bus nehmen will, streckt er seinen arm etwa huefthoch mit der handfleache nach unten aus und macht wedel-bewegungen. sodann haelt der bus fast und man muss ganz schnell hineinspringen...

mein bus kam und kam nicht und ich hatte schon an meinen faehigkeiten die bushaltestelle zu finden gezweifelt. wedeln und einsteigen lief dann schliesslich doch gutund schon gings wie der wind ne gute stunde durch die versmokte bangkoker rush hour. danach noch etwas sky train fahren und dann zum busbahnhof, wo ich auch gleich den richtigen bus fand. in dem fuhren ausser mir nur einheimische, was mich mich schon etwas einsam hat fuehlen lassen. nach insgesamt fast sechs stunden fahrt stand ich dann bei sengender hitze am pier einer kleinen stadt. noch kurz geld holen, dachte ich mir und dann gehts endlich entspannen.

weit gefehlt. denn das was nicht mehr in meinem geldbeutel war, war meine ec-karte. ich habe nicht die geringste ahnung wo die ausgestiegen ist, aber sie scheint defintiv keinen bock auf meine reise gehabt zu haben. wie mir scheint ist sie bereits auf dem flughafen aus der tasche gesprungen und hat von dort aus evtl. auf eigene faust die rueckreise angetreten. als ich diese tatsache feststellte, verfiel ich in eine kleinere panik. deshalb habe ich mich erstmal in ein cafe mit dem namen good luck gesetzt und einen kaffee bestellt. dann habe ich zu hause das sperren der karte in auftrag gegeben und darueber nach gedacht, wie ich denn nun an geld kommen soll. zum glueck fiel mir was ein. zuvor hatte ich mich schon gesehen, wie ich sofort nach bangkok zurueckfahre und bei der botschaft vorstellig werde, wie ich drei wochen in der stadt rumhaengen muss, bevor ich endlich etwas bekomme usw...

ich bin dann aber zur rund 1000 meter entfernten bank gelaufen (was mit rucksack bei 35 grad im schatten, den es dort nicht gab so eine sache ist) und habe mir mit der kreditkarte (zu der ich keine pin-nummer habe) geld verschafft.

knapp zwei stunden und geschaetzte 20 liter schweiss spaeter, sass ich dann am pier. als ich mit meinem ticket angetropft kam, sagte man mir, alles super, das boot faehrt, wenn 20 leute da sind. ich muss wohl kaum erwaehnen, dass ich die ersten 20 minuten mutterseelenallein da sass. irgendwann gesellten sich dann doch noch leute hinzu und nach hut einer stunde gings auch schon los. am ziel angekommen musste ich dringend aufs klo (mehr information als ihr euch gewuenscht habt? ist aber entscheidend). als ich wieder kam, waren alle leute, die mit dem gleichen boot wie ich gekommen waren schon auf so lade-flaechen-taxis weg gebracht worden. nur ich nicht. und allein kostet das nun mal das zehnfache als zu zehnt. nach einer knappen halben stunde auf neue leute warten, hab ich dann dekadent das ganze fahrzeug gechartert (fuer umgerechnte vier euro).

nun habe ich ein kleines, blauen haus ganz oben auf einem berg bezogen. mal sehen, wie es mir hier gefallen wird. jetzt gibts erst mal was zu essen. (bis jetzt hatte ich nur ein kleines stueckchen pizza zum fruehstueck, dass man mir am bahnhof verkaufte und vorsichtshalber noch drei paeckchen ketchup dazu packte...)

11 Oct 2005

weg sein

so nun ist es soweit. ich bin in bangkok. es fuehlt sich noch hoechst surreal an, hier bei 35 grad in dieser wuselnden, stinkenden, laermenden, anders richenden stadt zu sein. schon der flug hatte einige absurde highlights. der flughafen abu dhabi beispielsweise ist schon fast eine reise wert. der flug dorthin war vom start mal abgesehen recht angenehm (keine stinkenden, brabbelnden, schreienden, zu mir herueberquellenden mitreisenden). beim start fuhr der pilot wie es sich zum abheben ziehmt aud die startbahn, gab ordentlich stoff, um dann kurz darauf ziemlich unsanft wieder zu bremsen. er erklaerte das dann mit der frakmentarischen aussage "there was something strange in the cokpit, we will trz in 5 minutes". nicht gerade das, was man vertrauensschaffende masnahme nennt. nun aber zum flughafen.

der sieht innen naemlich aus wie eine blau-gruene moschee aehnlicher mit einer pilzartigen kuppel. als ich das notierte, brach gerade eine junge, blonde frau in einen huebschen gelben beutel, waehrend ihr ihr beanzugte freund den kopf streichelte und ihr kurz darauf kraeftig an den hintern packte. muss junge liebe schoen sein.

kurz vor ankunft am flughafen teilte man zudem mit, dass gerade ramandan sei und dass deshalb essen und trinken verboten sei. die cafes hatten dennoch geoeffent und die leute konsumierten auch froehlich. (in den dorf ausliegenden gulf news habe ich gelesen, dass es zur zeit des ramadan dreimal so viele verkehrsunfaelle gibt, wie sonst, weil die leute abends so hunger haben und zum essen wollen, dass sie nicht auch noch ein auge fuer den strassenverkehr haben - nur so am rande bemerkt). ich hatte dann angst, dass meine arabische fluglinie mir nach tagesanbruch auch kein essen- und trinken mehr bringen wuerde. diese angst war jedoch unbegruendet.

zudem gibt es am flughafen abu dhabi allerlei dinge zu kaufen. neben ueblichen dutz free angeboten gibt es etliche luxusmarken. unter anderm steht im erdgeschoss ein bugati, wie der jedoch in mein reisegepaeck passen soll, ist mir raestelhaft. aenlich raestelhaft war auch das angebot des ladens, in dem es neben schokolade in riesen mengen auch waschpulver in 10-kilo-packs und kaffeeweisser in 5-kilo distributionen verkauft wurde. ideal fuers handgepaeck.

ein paar stunden spaeter bin ich dann in bangkok aufgeschlagen (nicht bevor die neue crew des gleichen flugzeugs wieder den start abgebrochen hatte..). dort den flughafen verlassen und auf eine Wand aus hitze uns smok treffen. dann mit einem bus, der statt stossdaempfern offenbar lose, klappernde stangen hatte und in das backpacker-ghetto gefahren. dort habe ich mir glaub ich zielsicher die schaebigste unterkunft herausgesucht. (eigentlich hatte ich mir das nettes gesucht, da war aber nix frei also habe ich das haus daneben genommen - aber fuer knappe 2,50 euro kann man ja auch nicht meckern.

dann zur khao san road, die abends was farbenpracht, leuchtgeflacker und droehnden schlechten disco-sound locker mit jedem x-beliebligen jahrmarkt mithalten kann. dazu alles voller freaks, ein paar hippies, leute die alles moegliche verkaufen wollen und eben viel laerm und licht.

heute habe ich schon fuer eine thailaendische firma drei microwellen gerichte, die sie auf den ueropaeischen markt bringen will, getestet. jetzt bin ich fuer umme satt, satt, satt und habe sogar noch ein bier geschenkt bekommen. den rest des tages will ich mich glaub ich etwas verwoehnen lassen, so mit massage und so weiter, noch ein paar dinge einkaufen, um mich dann morgen frueh in richtung erstes inselchen aufzumachen.

mit den hunden, derer es sogar hier in bangkoks strassen derart viele gibt, dass wenn ich wie gewohnt strassenseiten wechseln wuerde, ich nie durch- und ankommen wuerde, komme ich ganz gut aus. bis jetzt lassen wir uns in ruhe und der thailaendische hund an sich ist ja eh ganz anders...

so viel fuer heute...

5 Oct 2005

zurück sein

nun, die zwei jahre sind vorbei und ich bin erstmal wieder zurück. wenn auch nur für ein paar tage. dennoch, komisch ist es. wohnungslos erstmal. aber geborgen bei meinen freunden. aber wohnungslos, losgelöst, irgendwo, das ist, wie ich mich fühle. es gibt nichts und nirgendwo wo ich sein möchte. am sonntag geht es los und danach werde ich ja auch irgendwo sein. momentan schreit keine stadt laut genug "JA; HIERHER". wandervogel will live on.

wie so oft fühle ich mich nur seiend und nicht agierend, bestimmend. schon wieder auf dem vorherrschenden vakuum basierend, dieses nicht-entscheidungen treffen. weiter blubbern, keine bestimmenden emotionalen richtungsweisenden befindlichkeiten. dennoch irgendwie ein gefühl des ausgeglichen seins....

seltsames heute, mehr bald. aber wiedermelden wollen sollen täten, wollte ich doch.