a very independent production - fear and loathing - worldwide

29 Jun 2008

verruckt san di, verruckt

Es ist immer wieder nett zu sehen wie sehr unsereins doch an Regeln gewoehnt ist.

Ich finde es zum Beispiel immernoch seltsam, dass man hier keine Meldeadresse hat. natuerlich weiss ich, dass das in den meisten Laendern so ist. Aber so gibt es hier jede menge Menschen, die sich ueberhaupt nicht ausweisen koennen und niegends gemeldet sind. Hat auch was.

Noch viel amuesanter ist, dass es keinerlei Regeln fuer die Namensgebung gibt. Auch das ist wohl in den meisten Laendern so - aber zur Abwechslung bin ich mal voellig eins mit der deutschen Gesetzgebung. Mein internationaler Favorit ist vielleicht Pilot Inspektor (Sohn von My Name is Earl Schauspieler Jason Lee)

Ganz in ist es bei - eher ungebildeten Eltern in Neuseeland - den Kindern Namen mit abenteuerlicher Schreibweise zu geben. So wird aus Michael MyKill oder aus Jennifer Jannifa, Adryan, Aryn, Jazmyn, Madisyn, Tylr oder einfach nur Shahana, Kahzandra, Shareena, Shaynah, Mykaelya, Kleechey, Sharneeya, Macsyna (und bitte sprechen Sie diese Namen laut aus und meist werden Sie feststellen, was die Eltern eigentlich sagen wollten).

Da es hier offenbar keine Listen mit Namen gibt schreibt die SMS-Generation die Vornamen ihrer Kinder wie sie denkt es hoert sich nach dem Namen an, den sie meinen und sieht gut aus. (y und z rules)

Auch schoen, die Eltern, die ihr Kind 4Real nennen wollten - aber Nummern sind wohl selbst in NZ nicht erlaubt, so haben sie den Sohn Superman genannt. Huebsch.

Zwillinge geben immer viel Raum zum austoben. So leben hier z.B. Benson und Hedges, Lemonjello and Orangello, Crystal and Chandelier, Seargant und Major und Wainui and Omata aus einem Ort namens Wainuiomata. Was ich hingegen recht huebsch finde, ist dass Familie Agent neben normalen Vornamen ihren Zwillingsjungs die Mittelnamen Secret and Double gegeben hat.

Und hier noch eine Aufreihung echter neuseelaendischer Namen, die ich in einer Liste fand: Tequila Sunrise, Beyonce Orgasm Roberts, ein Maedchen namens Bobo, der kleine Mucus, Kahula, Genius Lovechild, Mirth Puzzle Starfish, Swastika und Count Sexfruit. Gerne tobt hier auch die kleine Chardonnay durch den Kindergarten und auch Merlot spielt ab und an mit.

Die Eltern meiner Freundin hier hingegen, gute Christen ihrerseits - wollten ihrer Tochter eine biblischen Namen geben und suchten aus dem dicken Buch Tamar heraus. Sie haetten die Geschichte vielleicht lieber auch gelesen und festgestellt, dass die gute Tamar eine Prosituierte war. Nu, man kann nicht alles haben.

In Deutschland wird man - denke ich - darauf hin gewiesen, wenn man den Namen, den man fuer das eigene Kind ausgewaehlt hat nicht schreiben kann (und total seiner Kreativitaet beraubt, aber das Kind wird es danken...)

Brooklyn Badass

Draussen peitscht der Regen wie nicht gutes aber ich darf mich gluecklich schaetzen, darf ich doch meinen Sonntag Vormittag in der Arbeit verbringen.

Ich habe gerade eine latent haeussliche Phase – aber entgegen anderer Unterstellungen, die mein fortschreitendes Alter thematisierten und Dinge wie 'nesting instinct' aufbrachten, bin ich mir sicher, dass es nur am Wetter liegt.

Oder daran, dass ich in den vergangenen Wochen zwei Staffeln 'Mord ist ihr Hobby' und eine 'Gilmore Girls' angeschaut habe. Wie dem auch sei. Ich habe Brot gebacken. Und Quiche. Und Kekse.

Und ich habe angefangen zu stricken. Gestern hatten wir die erste Sitzung des Brooklyn Badass Knitting Circle. Im Wesentlichen ist der Plan, eine nette Runde zu haben, coole punk-rock Dinge zu stricken und zu tratschen. Ich habe zwar zwei linke Haende und mein Werk ist alles andere als schoen und waechst langsamer als eine Berner Schnecke kriecht aber Gut Ding muss eben Weile haben. Ich kann mir noch nicht recht vorstellen, dass ich jemals in der Lage sein werde, etwas anderes als einen loechrigen einfarbigen Schal zu fabrizieren...

Ich mag mein neues Hobby, nur habe ich noch nicht recht meie PSP (perfekte Strick-Position) gefunden und nun ein leichtes Ziehen im Ruecken.

Und nur noch eine Woche bis Besuch und zwei Wochen bis Sonnenschein!

20 Jun 2008

I’m a survivor

Alle die schon mal das Augustiner kalt gestellt haben, um mich in der alten Heimat willkommen zu heissen, koennen es wieder aus dem Kuehlschrank nehmen.

Das streamlining meines Arbeitsgebers ist an mir vorbei gegangen und alles bleibt wie es ist.

Nach der Verkuendung vor ein paar Minuten fuehle ich mich nun sehr nach einem – oder auch mehreren – Bieren. Muss aber noch knapp drei Stunden arbeiten.

Zudem muss ich auch noch feieren, dass ich gestern den Versuch eines grossen gelben Busses mich aus dem Leben zu befoerdern ueberlebt habe. Nach meiner (verdammt) nah-Bus Erfahrung gelobe ich immer links, rechts, links zu schauen – auch wenn ich denke, dass ich in einer Einbahnstrasse bin (was ich aber nicht war zugegebenermassen, um die Ehre des Buses wiederherzustellen.


Nun werde ich mich noch drei Stunden konzentriert in meine Arbeit stuerzen und dann Feiern, dass ich ein bus and streamlining-survivor bin….

18 Jun 2008

Ole la forza azzurri!

ITALY!!!!!!!!!!!!!

16 Jun 2008

sideways here we come

schon wieder eine woche rum. und montag. von meinem arbeitgeber weiss ich immernoch nichts genaues nicht. manchmal, meist denke ich, dass das alles schon wird und fuer mich gut ausgeht. soweit ich weiss, haben sie derzeit nicht vor mich zu kuendigen. aber: alles kann sich in den naechsten wochen noch aendern. und ich weiss nichtmal den zeitplan.

wie auch immer. seit der bekanntgabe der veraenderungen bei meinem arbeitgeber habe ich verschiedene phasen durchlaufen. von: vielleicht will ich ja auch nach hause, wieder in der lage sein mich - meist - perfekt ausdruecken zu koennen. dem job nachgehen, den ich liebe.

dann eher phasen, in denen ich dachte, ich wuerde schon gern bleiben, aber es wird wohl nicht gehen. und dann muss ich wohl. und chancen wo anderes in neuseeland habe ich auch nicht recht. grummel und seufz.

und nun bin ich wieder in einer: das wird schon. muss ja. phase. und wenn das mit dem job wirklich nichts wird, dann wird das auch geloest. hier. weil, hier ist zum einen inzwischen mehr mein zu hause als irgendwo anders und zum anderen, will ich einfach nicht weg. nicht schon wieder irgendwo anfangen. und es gibt immernoch soviel was ich an neuseeland und wellington mag. im grossen und ganzen mag ich ich sein hier und jetzt.

und noch schnell: herzlichen glueckwunsch dem oesterreichischen topless women soccer team

11 Jun 2008

sicko

ich bin immer noch nicht schlauer als letzte woche. naechste woche weiss ich wahrscheinlich, ob ich meinen job behalte oder nicht. und zu allem uebel bin ich auch noch krank. Ich glaube das erste mal so richtig, seitdem ich hier bin.

Und nebenbei denke ich natuerlich darueber nach, ob ich nicht doch nach Hause sollte. Ich bin auch mal wieder einem meiner Hobbies nachgegangen, Wohnungen im Internet anschauen. Und nachdem ich nun Monate lang immer nur Wohnungen in Wellington angeschaut habe, habe ich nun mein Hobby auch wieder nach Deutschland ausgeweitet.

Und so Altbauwohnungen in Berlin sind schon was schoenes und einfach nicht zu vergleichen mit dem was man hier so in der Stadt baut. Anderseits hat man in Berlin nun selten Meerblick.

Aber wie gesagt, ich warte nun erstmal ab, was sich auf der Jobfront so tut. Und um richtig nachzudenken, bin ich auch viel zu schwach.

5 Jun 2008

Time for Hitsuzen

Es fuehlt sich seltsam an.

In der Arbeit wird gerade der Gewerkschaftskampf vorbereitet, um all die Kuendigungen abzuwenden. Was wohl nicht klappen wird. Und ich habe einfach keine Ahnung, wie sicher mein Job ist. Mir scheint es ja naheliegend, dass man erstmal einem Alien mit Englisch als Zweitsprache kuendigt und meinen Job einem einheimischen Nachwuchsjournalisten gibt, den man wo anders weg rationalisiert hat.

Entscheidungen fallen wohl in den kommenden zwei Wochen. Und abgesehen davon, dass ich nicht weiss, wie lange ich im Land bleiben duerfte, um mir einen neuen Job zu suchen und wie die Chancen staenden (ironischer Weise ist der meist potentiellste Arbeitgeber der wo der Mensch, den ich ab und an versuche nicht zu treffen, arbeitet) - sollte ich mal drueber nachdenken, was ich denn eigentlich will.

Vielleicht sollte ich wirklich einfach nach Hause. Vielleicht sollte ich mich nach nem anderen Job umschauen, vielleicht auch einfach nur abwarten. Mit der klassischen "Schau mer mal, dann seh mer schon" - Attituede.

Hitsuzen, wie der Japaner sagt (danke Mon).

Und einfach nur versuchen, dass hier und jetzt meist moeglich zu geniessen...

4 Jun 2008

Exiting times in decisions valley

ich weiss nicht warum, aber letzte woche habe ich das erstemal seit langem darueber nachgedacht, ob es vielleicht doch eine gute Idee sein koennte, irgendwann mal in die alte Heimat zurueckzukehren.

Pros waeren, dass Freunde zumindest nur wenige Stunden enfernt wohnten und dass ich den Job den ich liebe - theoretisch, so man mir denn einen Job gaebe - ausueben koennte.

Cons waeren, dass ich mein Ziel, perfekt in dieser Sprache zu sein noch nicht erreicht habe, dass ich ja egal in welcher Stadt quasi wieder von vorne anfangen muesste. Dass ich nun nicht weit davon enfernt bin, ein permanentes Visum zu bekommen, dass wenn ich dann noch zwei Jahre bliebe fuer immer gilt.

Ausserdem mag ich es ja eigentlich hier.

Und nun wurde mir meine Entscheidung diese Woche fast abgenommen. Aber denn doch nicht.

Mein Arbeitgeber streamlined. Zu deutsch: kuendigt zehn Prozent der Belegschaft und verzichtet um Geld zu sparen auf journalistische Qualitaet. Und das wo es hier nur eine einzige national arbeitende Nachrichtenagentur gibt. Es ist nicht so, dass Zeitungen hier auf andere Agenturen ausweichen koennten, wenn sie Nachrichtenmaterial benoetigen (was sie staendig tun, da sich ja kleine Zeitungen heutzutage nirgends viele Korrespondenten und Freie leisten koennten).

Wie auch immer. Man hat einen lustigen Kriterien-Katalog nach dem man wahrscheinlich in den kommenden zwei Wochen Leute feuert und ich denke, dass ich als Alien wohl eher oben auf dieser Liste gestanden waere. Und die Natur meines Visums haette mich dann binnen Tagen das Land verlassen lassen (Oder als 'illegal Alien' existieren).

Aber - oh seltsamer Zufall - kuerzt man in allen Ressorts - ausser dem, in dem ich arbeite. Ich stamme ja aus einer Zeit, in der die vor meiner Zeit in Euphorie geschaffenen Online-Ressorts eingestampft und gekuerzt wurden. Und nun ist das Online-Ressort das einzige, das verschont bleibt. (Obschon man auch sagen muss, dass wir mit drei Leuten gerade unsere Schichten decken koennen und da nuescht zu kuerzen ist).

Anscheinend ist noch nichts in Stein gemeisselt, aber momentan sieht es so aus, als behielte ich meinen Job. Und ich habe beschlossen, das nun als Zeichen zu sehen. Und, so ich denn nicht doch noch auf die Abschuss-liste rutsche, hier zu bleiben, bis das naechste Zeichen ueber mich hinein bricht.