verruckt san di, verruckt
Es ist immer wieder nett zu sehen wie sehr unsereins doch an Regeln gewoehnt ist.
Ich finde es zum Beispiel immernoch seltsam, dass man hier keine Meldeadresse hat. natuerlich weiss ich, dass das in den meisten Laendern so ist. Aber so gibt es hier jede menge Menschen, die sich ueberhaupt nicht ausweisen koennen und niegends gemeldet sind. Hat auch was.
Noch viel amuesanter ist, dass es keinerlei Regeln fuer die Namensgebung gibt. Auch das ist wohl in den meisten Laendern so - aber zur Abwechslung bin ich mal voellig eins mit der deutschen Gesetzgebung. Mein internationaler Favorit ist vielleicht Pilot Inspektor (Sohn von My Name is Earl Schauspieler Jason Lee)
Ganz in ist es bei - eher ungebildeten Eltern in Neuseeland - den Kindern Namen mit abenteuerlicher Schreibweise zu geben. So wird aus Michael MyKill oder aus Jennifer Jannifa, Adryan, Aryn, Jazmyn, Madisyn, Tylr oder einfach nur Shahana, Kahzandra, Shareena, Shaynah, Mykaelya, Kleechey, Sharneeya, Macsyna (und bitte sprechen Sie diese Namen laut aus und meist werden Sie feststellen, was die Eltern eigentlich sagen wollten).
Da es hier offenbar keine Listen mit Namen gibt schreibt die SMS-Generation die Vornamen ihrer Kinder wie sie denkt es hoert sich nach dem Namen an, den sie meinen und sieht gut aus. (y und z rules)
Auch schoen, die Eltern, die ihr Kind 4Real nennen wollten - aber Nummern sind wohl selbst in NZ nicht erlaubt, so haben sie den Sohn Superman genannt. Huebsch.
Zwillinge geben immer viel Raum zum austoben. So leben hier z.B. Benson und Hedges, Lemonjello and Orangello, Crystal and Chandelier, Seargant und Major und Wainui and Omata aus einem Ort namens Wainuiomata. Was ich hingegen recht huebsch finde, ist dass Familie Agent neben normalen Vornamen ihren Zwillingsjungs die Mittelnamen Secret and Double gegeben hat.
Und hier noch eine Aufreihung echter neuseelaendischer Namen, die ich in einer Liste fand: Tequila Sunrise, Beyonce Orgasm Roberts, ein Maedchen namens Bobo, der kleine Mucus, Kahula, Genius Lovechild, Mirth Puzzle Starfish, Swastika und Count Sexfruit. Gerne tobt hier auch die kleine Chardonnay durch den Kindergarten und auch Merlot spielt ab und an mit.
Die Eltern meiner Freundin hier hingegen, gute Christen ihrerseits - wollten ihrer Tochter eine biblischen Namen geben und suchten aus dem dicken Buch Tamar heraus. Sie haetten die Geschichte vielleicht lieber auch gelesen und festgestellt, dass die gute Tamar eine Prosituierte war. Nu, man kann nicht alles haben.
In Deutschland wird man - denke ich - darauf hin gewiesen, wenn man den Namen, den man fuer das eigene Kind ausgewaehlt hat nicht schreiben kann (und total seiner Kreativitaet beraubt, aber das Kind wird es danken...)
