a very independent production - fear and loathing - worldwide

29 Jan 2005

einkaufen und flutschen

es ist freitag abend, gerade hab ich sport gemacht, gleich kommt besuch und mir gehts gut. heute war ich nahrungsmittel einkaufen. zum einen gibt es da dieses phänomen, das sich seit ich in dieser stadt lebe so eingeschlichen hat. egal wo ich einkaufe, in eine teueren oder einem billigen laden, egal ob ich spezielle, teure dinge kaufe oder alles was man eben so braucht, immer zahle ich etwa 20 euro. die varianzspanne liegt bei maximal zwei euro. heute waren es 19,99 euro. keine ahnung warum, aber ich muss ja nicht alles verstehen. zudem habe ich heute gesehen, dass käse, der da wo ich herkomme irgendwas mit feta heißt oder auch mal irgendwas mit griechisch im namen trägt, heißt hier deutscher weichkäse (in salzlake). ob man da den potentiellen käufern entgegen kommt oder das nur eine bösartige unterstellung meinerseits ist? man weiß es nicht.

ansonsten ist die woche einfach nur so an mir vorbeigeflutscht. eben war noch montag und schon wieder ist freitag. überhaupt neigt mein leben gerade so, nur so an mir vorbeizuflutschen. es gibt schlimmeres als das (vorallem dann, wenn es die wochentage sind, die besonders flutschen (um hier nicht noch ein neues, vielleicht verwirrendes wort einzuführen ;). manchmal frage ich mich, ob ich mal halt schreien sollte oder mein leben stringenter in die hand nehmen, anstatt mich einfach nur treiben zu lassen. obwohl es sich eigentlich in der gesamtschau ganz gut anlässt. aber muss man herr bzw. frau seines lebens sein? - es ist ja auch nicht so, als wäre ich das überhaupt nicht. aber nun ist besuch da und ich werde mich später wieder zu dem thema äußern. ein schönes wochenende, wo immer ihr auch seid.

26 Jan 2005

kleine leseempfehlung

da, wo ich nun arbeite und wohne gibt es im landtag eine partei, die noch rechter ist als unsere bayerische csu. die hat nun sachen gesagt, die alles andere als überraschend sind, was politiker aller anderen parteien in stürme der entrüstung ausbrechen und ihre hohe moralische und demokratische integrität betonen lässt. ich finde das ganze ziemlich lächerlich, aber besonders schön trifft es auch dieser artikel: Hysterie-Spartakiade in Sachsen

die, die die schubladen schubste

momentan bin ich dabei schubladen aufzureißen und wieder zuzuschubsen. keine ahnung was ich in den schubladen erwarte oder was ich da suchen könnte. nur, dass ich nichts raushole sehe ich. weniger klar ist mir, ob ich die eine oder andere offen lassen möchte und noch mal genau gucken oder lieber nicht.

vielleicht ist es aber auch besser die kommode geschlossen zu halten. einfach nicht reingucken, dann muss man sich nicht drüber ärgern, wenn sich das gewünschte nicht drin findet und muss auch nicht gegebenenfalls das chaos sortieren.

vielleicht ist es an der zeit für eine neue unzufriedenheit.

und wo ist zu hause, mamma?

21 Jan 2005

nocheinmal bevor die uhr zum wochenende läutet

fürschterlischer tag, der nun zu ende geht und der mir viel geduld abverlangte. zwischen "lustigen" skinheads und altnazis, zeitzeugen und sed-lern, geschichtsinteressierten und "bild"-lesern sowie ein paar linken lauschte ich einem eher langweiligen vortrag über die militärische logik der zerstörung dresdens und einer zum teil ziemlich gruseligen (von allen oben genannten gruppen irgendwie mitgetragenen) diskussion. nun ists ja vorbei und ich darf schlafen, nur muss ich morgen leider auch noch drüber schreiben und dafür extreeeeem früh aufstehen. dafür gehts dann am nachmittag wieder in die hauptstadt, wo ich nette menschen treffen, großstadtluft atmen und - so zu mindest die planung - viel spaß haben werde.

solong


19 Jan 2005

dienstagabend

mein bett ist kuschelig, draußen winter und drinnen alles gut. heute lief ich an einem fenster vorbei, durch das man sehen konnte, wie eine frau ihren computer laut und ärgerlich angeschrie. das war durchaus reizend.

18 Jan 2005

ich oder wir

letztens fiel mir auf, dass man dort wo ich nun wohne gerne statt einer direkten anrede ein "wir" nutzt. beim bäcker fragt man mich, was wir nun gerne hätten (und ich weiß immer nur was ich will) bei den öffentlichen verkehrsmitteln fragt man mich wo wir denn hin wollten (und ich kenn nur meinen weg) und beim arzt fragt man mich, wie es uns denn so gehe (sorry, aber ich weiß nicht, ob Ihr hals genauso weh tut wie meiner). kurzum hier verwendet man das "wir" inflationär und völlig irrgeleitet.

dennoch gibt es auch andere diskussionen über das "wir". wenn etwa jemand sagt, dass wir (da wo andere gerne "man" verwenden) nun mal neuen kaffee aufsetzen wollen, und damit eigentlich ein "mach mal" formulieren wollen.

dann gibt es noch das "wir" in erzählungen. ich hatte mal eine freundin, die sich beschwerte (vor mehr als zehn jahren), dass ich in einem bericht über einen abend, den wir beide gemeinsam erlebt hatten ein "ich" statt einem "wir" nutzte. seitdem nutze ich in erzählungen, die mindestens eine weitere meist anwesende person mit betrffen, ein "wir". das widerum stößt manchen dabeigewesenen personen wieder übel auf, weil sie nunmal immerundstets ein "ich" und nie ein verkürztes "wir" sein wollen.

und das widerum führt ja beinahe zwangsläufig zu der frage, ob ich lieber ein "ich" oder ein "wir" bin. ich habe mich ja gerade mehr oder weniger schmerzhaft daran gewöhnt, dass ich ein ausschließliches "ich" bin. dass es nunmal niemand gibt, der ein relativ kontinuierliches "wir" mit mir bildet. dabei geht es natürlich nicht um ein grundsätzliches, gar zwingendes "wir", was ja ganz fürchterlich wäre, sondern ein irgendwie geartetes gefühl von "wir", in dem man kurz mal sein "ich" in den schoss legen kann und sich zu hause fühlen.

ohne frage kann sich ein "wir" ab und an ziemlich gut anfühlen, aber sinnvoll ist das nur wenn das "ich" dabei auch funktioniert. ein nur "ich" gefühl ist ne zeit sicherlich auch ganz gut - auch aus rein pädagogischen gründen. weil ja das "wir" nur wirklich funktionieren kann, wenn es dem "ich" auch gut geht. ob man dafür das ich-bin-allein-und-ihr-könnt-mich-alle-mal-gefühl zwingend braucht, will ich jetzt nicht weiter diskutieren.

soviel für heute.

14 Jan 2005

viele irgendwies

eigentlich hatte ich gerade angefangen etwas zu schreiben über dieses immer wiederkehrernde gefühl, dass ich nicht cool genug bin für meinen job und den menschen viel zu selten meine fragen einfach ins gesicht schleudere. aber ist eigentlich doof.

...im fernsehen fordert man gerade junge leute dazu auf, für den klingelton "schleimiges kotzen" jede menge geld rüberwachsen zu lassen.

mein zimmer hat sibirien-temperaturn und eigentlich will ich nur, dass morgen heute ist.

12 Jan 2005

clearing the space

bis vor etwa einer stunde sahen die paar quadratmeter auf denen ich lebe so aus, wie man sich im allgemeinen dresden vorstellt: von bomben zerfurcht, nichts als chaos und zerstörung. mein jetziger anblick ist zwar weit davon entfernt vor sauberkeit zu strahlen, ist aber im großen und ganzen so, dass ich mir schon ein wenig auf die schultern klopfen möchte. ansonsten bin so müde, dass ich nichts weiter von mir geben möchte.

11 Jan 2005

erster tag einer voraussichtlich wenig entspannten woche

nun bin ich wieder so einigermaßen gesund, zumindest arbeitsfähig wenngleich auch nicht wirklich willig. heute habe ich viele schöne dinge gemacht wie: einen dvd-player bekommen aber nicht ausgepackt, das rätsel meiner pgp-schlüssel nicht entschlüsselt, keinen flug gebucht, keinen ausweis verlängert, keinen wichtigen artikel fertig geschrieben, keinen sport getrieben, keine wäsche gewaschen und auch sonst nicht viel sinnreiches getan. einziges erfolgserlebnis war das kochen meiner ersten veganen spaghetti bolognese, deren verzehr jedoch aufgrund von einsamen essen etwas freudelos wenngleich auch sehr geschmackvoll war. die woche wird ziemlich anstrengend, jeder abend ist schon wieder bis zum anschlag verplant. aber viele dinge sind auch voraussichtlich recht erbaulich, manches vereint kultur und arbeit, was ja nicht das unangenehmste ist. so nun muss ich zum nächsten termin...

7 Jan 2005

still in bed

ich bin immer noch krank. ich hatte gehofft ein paar tage liegen und nichts tun würde mich ganz schnell wieder ganz fit machen. aber nun sind schon zwei tage rum und ich bin immer noch ganz schwach. jaaa, ich weiß, ich neige zu ungedult. und ich habe es ja auch gut, dass ich hier liegen darf und so weiter, aber langsam ist es nicht mehr ganz so amüsant, allein mit dem kleinen rosanen freund (der ja nunmal nicht antwortet).

aber morgen muss ich wieder fit sein, denn dann geht es mal wieder in die hauptstadt und da so schwach sein auf der brust, wie heute hier, wäre dort noch weniger amüsant. aber man kanns sich ja nicht aussuchen. also weiter vernünftig sein, tee trinken, abwarten und leise vor mich hin grummeln.

5 Jan 2005

bed without breakfast

so nun ist es soweit und ich bin wirklich krank. nach zwei stunden mühevollen aufenthalts in meiner arbeitsstelle habe ich mich nun in mein bett zurückgezogen, wo ich fiebrig-rotzig vor mich hin dämmere. und es ist so toll einfach mal krank sein zu dürfen. die letzten male wenn mein körper rebellierte, dann war es aus welchen gründen auch immer einfach nicht möglich auch wirklich meinen körper ins bett zu stecken. ich werde jetzt meine wärmflasche füllen, mir hühnerbrühe kochen und mich mit meinen rosanen, berüsselten freund willi-trööt im arm vom fernsehprogramm berieseln lassen.

4 Jan 2005

backward, forward und zurück

das alte jahr ist vorbei und vielleicht ist das auch gut so. langweilig war es ja nun nicht. und wohl nicht immer besonders glücklich. aber nur so lernt man ja was. wer man ist, sein will, hin will, was auch immer. momentan fühl ich mich bei mir ja eigentlich ganz wohl.

aber nun was anderes. heute war ich auf einem ganz abstrusen termin. ein bundesminister kam - nach dem man stunden rumlungernd auf ihn wartete - in unser kleines dorf aka landeshauptstadt. dort wollte er den volkskörper spüren. also lief der herr der nicht vorhandenen arbeit durch die räume, gefüllt mit menschen die eben jene suchten. dann setzte er sich, umringt von riesigen journaillie-horden, neben die armen arbeitslosen, schaute ihnen bei ihren bewerbungsversuchen zu, gab schlaue ratschläge und zog mit seinem tross zum nächsten opfer. der volkskörper freute sich über den großen besuch ließ sich gern die schulter vom großen mann klopfen, schnurrte etwas und das wars dann mit den großen fünf minutem mit den ganz großen. trauriges leben das.

ein hübsches schmankerl an eben jenem ort, war ein schild auf dem stand, dass die alg-II-empfänger nun von irgendwelchen team's betreut würden. wer zur hölle kommt bei einem einfachen plural auf die idee ein apostroph zu setzen und das auch noch hundertmal in einer behörde aufzuhängen??? naja nichts gegen die geschichte, als man telefonisch einen jobwunsch an jene behörde abgab und zur bestätigung folgendes wort geschickt wurde: computerfachtschohrnalist. und nun raten sie mal, um welchen beruf es sich handelte...jawoll. aber machte ja nichts, denn kurz darauf entschuldigte sich auch eine dame, dass es ihre kollegin nicht so mit der grammatik hätte...

1 Jan 2005

das letzte mal in diesem jahr

in der bayerischen provinz aka landeshauptstadt ist es schön gerade. bald ist silvester, ich mal wieder etwas krank, wie immer wenn es gerade so gar nicht angebracht ist. aber da hilft nur ignorieren und wenn das neue jahr so schön anfängt, wie das alte aufhört will ich mal nicht meckern.

viel spaß auch euch!